Ressorts

Finanzen, Präsidium und Verwaltung

Roger Martin, Die Mitte
Stadtpräsident
seit 1. Juni 2019 im Amt

FINANZEN

Das Ergebnis im Allgemeinen
Das Budget 2026 der Stadt Romanshorn schliesst bei einem Steuerfuss von 70 % mit einem voraussichtlichen Überschuss von 624’257 Franken ab.

Die Kosten im Sozialwesen scheinen sich seit 2024 auf hohem Niveau zu stabilisieren oder gar leicht zu sinken. Daher wird für das Budget 2026 mit etwas tieferen Kosten als im Vorjahr gerechnet.
Im Gesundheitswesen stiegen die Ausgaben nach einem moderaten Wachstum in den Jahren 2022/2023 im Jahr 2024 deutlich an – sowohl im stationären Bereich als auch in der ambulanten Pflege (Spitex). Das Budget 2025 sah hierfür 2.39 Mio. Franken vor; bereits 2024 lagen die effektiven Kosten bei 2.66 Mio. Franken. Für 2026 wurden 2.71 Mio. Franken veranschlagt.

Die Kosten für den Regionalverkehr sind gegenüber dem Budget 2025 leicht gesunken, machen aber nach wie vor knapp fünf Steuerprozente aus.

Der Lastenausgleich für Gemeinden mit Zentrumsfunktion ist unzureichend und unangemessen – wie auch der Kanton im Bericht «Wirksamkeit des Finanzausgleichs über den Zeitraum 2016 bis 2021» vom 29. August 2023 feststellt. In Kapitel 4.3 heisst es: «Die Betrachtung der Steuerfüsse nach Gemeindekategorie hat gezeigt, dass in den Zentrumsgemeinden die Steuerfüsse in den letzten Jahren zwar auch gesunken sind. Dennoch bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den Steuerfüssen von Gemeinden mit Zentrumsfunktion und solchen ohne Zentrumsfunktion. Gemäss Kantonsverfassung soll der Finanzausgleich unter anderem auch der Förderung einer ausgewogenen Steuerbelastung dienen.»

Trotz dieser Feststellung verzichtete der Regierungsrat am 11. Juni 2024 angesichts der angespannten Kantonsfinanzen auf Anpassungen beim Finanzausgleich. Eine Überprüfung ist frühestens mit dem Wirksamkeitsbericht 2026–2028 zu erwarten, dessen Ergebnisse wohl erst 2030 vorliegen. Neue Erkenntnisse sind kaum zu erwarten. Die Mängel sind bekannt: ein ungenügender Zentrumslastenausgleich und die fehlende Berücksichtigung der Belastung durch individuelle Prämienverbilligungen (IPV).

Gesundheits­ und Sozialhilfekosten inklusive IPV
Die Gesundheitskosten steigen weiter deutlich an. Nach einem moderaten Wachstum im Jahr 2022 verzeichnete das Jahr 2023 bereits wieder einen deutlichen Anstieg. In der stationären Krankenpflege waren im Budget 2024 Ausgaben von 1’388’910 Franken vorgesehen, effektiv betrugen sie jedoch 1’526’108 Franken. Auch das Budget 2025 mit 1’488’910 Franken wird voraussichtlich nicht ausreichen. Für das Budget 2026 wurden daher 1’588’910 Franken eingesetzt.

Auch im Bereich der ambulanten Krankenpflege (Spitex) steigen die Kosten markant. Während das Budget 2025 noch bei 827’200 Franken liegt, betrugen die effektiven Ausgaben im Jahr 2024 bereits 1’063’166  Franken. Für das Budget 2026 sind nun 1’047’000 Franken vorgesehen.

Die direkten Kosten der wirtschaftlichen Hilfe können aufgrund erfreulicher aktueller Entwicklungen im Budget 2026 um 300’000 Franken gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden. Statt 1’575’000 Franken (Budget 2025) sind neu netto 1’275’000 Franken im 2026 budgetiert.

Die IPV-Aufwände sind weiter markant angestiegen. Im Budget 2024 wurden 1’500’000 Franken veranschlagt, doch bereits die Rechnung 2023 lag mit 1’686’064 Franken darüber. Im Jahr 2024 stiegen die effektiven Kosten gar weiter auf 2’184’252 Franken. Das Budget 2025 in Höhe von 1’754’300 Franken wird voraussichtlich nicht ausreichen. Für das Jahr 2026 sind daher 2’033’000 Franken budgetiert.

Informatik
Die in der Funktion 0223 erfassten Informatikkosten werden zu 100 % den Funktionen belastet, die entsprechende Sachmittel oder Software im Einsatz haben. Dadurch wird einerseits transparent, wie viel die Stadt insgesamt für die Informatik aufwendet. Andererseits werden die Kosten dort verbucht, wo sie tatsächlich entstehen. Die Rechnung 2024 schloss mit 815’221 Franken ab und lag damit über dem Budget von 762’350 Franken. Gründe dafür waren Preiserhöhungen der Softwareanbieter Abraxas, Tutoris und Diartis sowie eine gestiegene Anzahl IT-Arbeitsplätze in der Verwaltung. Das Budget 2026 musste nun nochmals deutlich auf 979’200 Franken erhöht werden, da auch unser Outsourcing-Partner – das Amt für Informatik des Kantons Thurgau – seine Preise deutlich angehoben hat. Die Stadtverwaltung Romanshorn ist bestrebt, sinnvolle und zweckmässige Mittel der Digitalisierung konsequent zu nutzen.

Verwaltungskosten
Die Verwaltungskosten im Budget 2026 belaufen sich auf 3’647’500 Franken und liegen damit 37’780 Franken unter dem Budget von 2025. Der Rückgang ist hauptsächlich auf tiefere Unterhaltskosten im Mehrzweckgebäude an der Gottfried-Keller-Strasse 6 zurückzuführen. Es ist jedoch zu beachten, dass in der Investitionsrechnung 2026 beim Gebäude 200’000 Franken für die erste Etappe der Umsetzung von Brandschutzmassnahmen vorgesehen sind.

Stellenplan der Stadtverwaltung
Der Stellenetat umfasst per 1. Januar 2025 insgesamt 76 Vollzeitstellen. Im Verlauf des Jahres 2025 sind kleinere Anpassungen vorgesehen, die zu einem moderaten Ausbau des Gesamtetats führen. Für den 1. Januar 2026 sind insgesamt 76.5 Vollzeitstellen budgetiert – das entspricht einem Nettozuwachs von 0.5 Stellen. Dieser zusätzliche Stellenanteil entfällt auf den Bereich der Berufsbeistandschaften, welche mit einer stetigen Fallzunahme zu kämpfen hat.

Ertragsseite
Per 31. Dezember 2024 zählte Romanshorn 11’775 Einwohnerinnen und Einwohner (ohne Wochenaufenthalter etc.). Aufgrund der anhaltenden Bautätigkeit wird ein Bevölkerungswachstum von 1.3 % erwartet. Das reale Wirtschaftswachstum wird mit 1.2 % veranschlagt. Bei der Steuerkraft rechnen wir mit einem Plus von 1 %, da neuer Wohnraum den Zuzug steuerkräftiger Personen begünstigt. Insgesamt ergibt sich daraus ein nominelles Wachstum des Fiskalertrags von 3.5 % bei den natürlichen Personen. Bei den juristischen Personen rechnen wir mit 0.2 % Wachstum (Neuansiedlungen) und einem Wirtschaftswachstum von insgesamt ebenfalls 1.2 %, total also ein Plus von 1.4 % des Fiskalertrags.
Die Steuerprognosen für das Budget 2026 basieren im Wesentlichen auf dem Steuerertrag der Rechnung 2024 unter Einbezug der Wachstumsprognosen. Unter Anwendung der zuvor erwähnten Wachstumsfaktoren und eines Steuersatzes von 70 % (2015 bis 2022: 72 %) resultiert im Budget 2026 ein Steuerertrag bei den natürlichen Personen von 15.6 Mio. Franken (Budget 2025: 15.2 Mio. Franken) und bei den juristischen Personen von 2.2 Mio. Franken (Budget 2025: 2.1 Mio. Franken). Dies ergibt total – inklusive Abschreibungen von 0.1 Mio. Franken auf Forderungserlasse – im Budget 2026 einen Nettosteuerertrag von 17.7 Mio. Franken (Budget 2024: 17.2 Mio. Franken). Die geplanten Steuereinnahmen für 2026 sind somit 0.5 Mio. Franken höher als im Budget 2025.

Investitionen und Abschreibungen
Die geplanten Nettoinvestitionen für das Jahr 2026 belaufen sich auf 9’017’000 Franken, davon sind 980’000 Franken spezialfinanziert. Für das Stadthaus+ sind im Budget 2026 800’000 Franken vorgesehen. Bei einem positiven Verlauf der Urnenabstimmung vom 28. September 2025 könnte ein Bezug Ende 2029 realistisch sein. Beim Mehrzweckgebäude Gottfried-Keller-Strasse 6 sind für die erste Etappe der feuerpolizeilich auferlegten Brandschutzmassnahmen 200’000 Franken budgetiert.
Beim Werkhof sind 2026 100’000 Franken für den Ersatz der Heizung und weitere 100’000 Franken für die erste Etappe der Dekarbonisierung der Fahrzeugflotte vorgesehen. Für die Schiessanlagen sind Altlastensanierungen in Höhe von 350’000 Franken geplant. Nach Abzug erwarteter Bundesrückerstattungen von 200’000 Franken und der Auflösung einer Rückstellung von 150’000 Franken verbleiben Nettoinvestitionen von 0 Franken.

Für die nächste Projektphase der neuen Mehrzweckhalle Bach sind im Budget 2026 brutto 6.3 Mio. Franken vorgesehen. Die Mittel dienen der Landübernahme – diese erfolgt bei rechtskräftig bewilligtem Bauprojekt, also wenn keine Einsprachen mehr vorliegen – sowie ersten baulichen Tätigkeiten. Von den 6.3 Mio. Franken wird ein Baubeitrag von 40 % (2.52 Mio. Franken) zu Lasten der Primarschule sowie 30 % (1.89 Mio. Franken) zulasten der Sekundarschule eingestellt.

Beim Seebad sind für die Spielplatzsanierung 100’000 Franken und für die Folie eines Schwimmbeckens 700’000 Franken sowie 150’000 Franken für Unterhaltsarbeiten am Seebadkiosk eingestellt. Für die Planungskosten der Sanierung der Sportplätze sind 180’000 Franken budgetiert und 120’000 Franken beim Bootshafen für ein Vorprojekt der Sanierung des Hafendienstgebäudes mit Vorplatz, Entsorgung und Kranersatz– eine Urnenabstimmung über einen Gesamtkredit ist für 2026 geplant.

Parallel zum geplanten Hotelprojekt der SBS AG soll die Hafenpromenade aufgewertet werden. In der Tiefgarage des Hotels sind auch öffentliche Parkplätze vorgesehen. Dadurch könnten oberirdische Parkplätze am See reduziert und die Fläche für den Fuss- und Veloverkehr genutzt werden. Für eine nächste Planungsphase sind 20’000 Franken vorgesehen. Eine Urnenabstimmung über den Gesamtkredit ist für 2026 geplant.

Die kantonale Vorlage zur Verwendung der TKB-Millionen wurde am 18. Juni 2023 angenommen. Für die Weiterbearbeitung des Projekts «Pier 8590» sind im Budget 2026 weitere 20’000 Franken eingestellt. Eine Urnenabstimmung ist ebenfalls für 2026 geplant.

Die Ersatzbeschaffung des Motorkarren Iseki inklusive Gerätschaft für die Bewirtschaftung von Naturwiesen und Winterdienstausrüstung ist mit 170’000 Franken veranschlagt. Im Aufgabenbereich Gemeindestrassen und Parkplatzbewirtschaftung sind total 3’437’000 Franken budgetiert.

Für 2026 ist eine Urnenabstimmung über die Sanierung der gesamten Seeuferbefestigung geplant. Deswegen sind im Budget noch keine Investitionen vorgesehen. Für die Raumordnung (inkl. Revision Schutzplan, Testpläne und Gestaltungspläne in den Entwicklungsschwerpunkten Hafenpark Süd und Hub) sind 100’000 Franken sowie 100’000 Franken für Initialisierungskosten von Schlüsselvorhaben budgetiert. Für die Abwasserbeseitigung (Sanierungen nach GEP) und Abfallwirtschaft sind total 610’000 Franken vorgesehen.

Die Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen betragen 1’480’230 Franken. Dazu kommen wie in den Vorjahren Abschreibungen auf Investitionsbeiträgen (Demenzstation Regionales Pflegeheim 123’900 Franken, Hafenplattform 30’000 Franken und diverse kleinere) im Betrag von 189’460 Franken. Total betragen die Abschreibungen im Budget 2026 somit 1’669’690 Franken.

Investitionsplan 2026–2030
Im Investitionsplan 2026–2030 sind neben Investitionen für den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur auch diverse Projekte aus dem Richtplan berücksichtigt. Die Priorisierung ist weiter vorangeschritten, dabei bestehen diverse Abhängigkeiten und zeitliche Rahmenbedingungen mit potenziellen Beitragszahlern wie Bund, Kanton und Privaten, die detaillierter geklärt werden müssen.

Beitragszahlungen von Bund und Kanton sollen bei grundsätzlich notwendigen Aufgaben wie Strassensanierungen in möglichst vollem Umfang ausgeschöpft werden. Der Stadtrat ist der Ansicht, dass die Planung so ausgewogen und sinnvoll ist. Sie entspricht den langfristigen Zielen: aus finanzpolitischer wie auch aus Sicht einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Der Investitionsplan wird der Gemeindeversammlung zur Kenntnis gebracht. Mit dem aufgezeigten hohen Investitionsvolumen in den Jahren 2026–2030 will der Stadtrat bewusst grössere Projekte für die Allgemeinheit und Zukunftsfähigkeit der Stadt realisieren und nimmt dabei mittelfristig auch eine tendenziell wachsende Verschuldung in Kauf. Entsprechend den Vorgaben der Gemeindeordnung sowie dem Umfang der Projekte werden diese, wie beispielsweise die Projektierung des Seewasser-Wärmeverbundes Romanshorn, den Stimmberechtigten zur Genehmigung an Gemeindeversammlungen oder an der Urne vorgelegt.

Finanzplan
Die im Finanzplan hinterlegten Annahmen beruhen auf konstanten Ertragsparametern gemäss der aktuellen Budgetierung. Für die Aufwand- und übrige Ertragsseite wird mit einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 1.2 % bei den Personalkosten, 0.7 % bei Sachkosten, Transferaufwand, Transfererträgen und Entgelten sowie 1.5 % bei den langfristigen Finanzschulden der Stadt kalkuliert.

Die teils weiter steigenden Kosten können durch höhere Steuererträge weitgehend kompensiert werden. Die Stadtverwaltung setzt alles daran, den Steuerfuss von 70 % auch ab 2029 zu halten. Das stellt eine besondere Herausforderung dar, weil ab dann die Liegenschaftssteuer wegfällt – ein jährlicher Einnahmeausfall von rund 750’000 Franken bzw. drei Steuerprozenten. Um eine Steuererhöhung zu vermeiden, hat die Stadt frühzeitig ein Effizienzprogramm lanciert, das auch Sparmassnahmen umfasst – mit dem Ziel, einen Teil oder idealerweise den gesamten Wegfall zu kompensieren. Im Finanzplan ist aktuell dennoch vorsorglich ein Anstieg des Steuerfusses auf 73 % ab 2029 berücksichtigt.

Im Finanzplan sind zudem verschiedene grössere und kleinere Investitionsvorhaben vorgesehen. Diese führen zu einer tiefen Selbstfinanzierung, weshalb Investitionen teilweise fremdfinanziert werden müssen, was die Nettoschuld mittelfristig ansteigen lässt. Angesichts der stark gewachsenen gebundenen Ausgaben stellt die Sicherstellung einer ausreichenden Selbstfinanzierung eine grosse Herausforderung dar – insbesondere für Zentrumsgemeinden wie Romanshorn, die seitens Kanton unzureichende Zentrumslastenausgleiche erhalten.

Zudem ist das neue Stadthaus+ ab dem Jahr 2030 im Finanzplan berücksichtigt. Für das Jahr 2030 ergibt sich dabei ein Aufwandüberschuss von 461’464 Franken. Ab 2032 wird wieder ein Ertragsüberschuss erwartet, verbunden mit einem tendenziellen Schuldenabbau. Daher kann aus heutiger Sicht davon ausgegangen werden, dass das neue Stadthaus ohne Steuererhöhung finanziert werden kann.

Entwicklung Eigenkapital
Der Bilanzüberschuss (Eigenkapital) beträgt per 1. Januar 2025 14’874’622 Franken. Nach Abzug des budgetierten Fehlbetrags 2025 von 191’298 Franken und dem erwarteten Überschuss 2026 von 627’257 Franken ergibt sich per Ende 2026 ein solides Eigenkapital von rund 15.3 Mio. Franken. Gemäss Finanzplan ist im Zeitraum 2026 bis 2030 mit einem kumulierten Aufwandüberschuss von rund 0.3 Mio. Franken zu rechnen.

Schlusswort
Das Budget 2026 basiert bei den Steuereinnahmen auf dem aktuellen Steuersatz von 70 % und wird als realistisch eingeschätzt, auch wenn die künftige Entwicklung von Wirtschaft, Inflation und Zinsen schwer vorhersehbar ist. Geplant ist ein Überschuss von 624’257 Franken. Trotz einer tiefen Selbstfinanzierung, die mittelfristig zu höherer Verschuldung führen kann, bleibt die Stadt Romanshorn finanziell solide aufgestellt. Mit einem Eigenkapital von 15.3 Mio. Franken – inklusive des budgetierten Überschusses – ist die Stadt Romanshorn gut für die Zukunft gerüstet.

PRÄSIDIUM UND VERWALTUNG

Präsidium / Stadtentwicklung
Mit der Abstimmung zum Stadthaus+ Ende September sind vorerst die grösseren Stadtentwicklungsprojekte im Stadtzentrum vom Sourverän entschieden. Wie schnell mit deren Umsetzung begonnen werden kann, hängt vom Eingang bzw. dem Weiterzug der Einspracheverfahren ab. Planerisch schwenkt der städtebauliche Fokus nun von der Innenstadt zur Aufwertung am Seeufer. Auch wenn die Uferbereiche am See bereits eine hohe Attraktivität aufweisen, so sind doch einerseits ungenutzte Potenziale oder unbefriedigende Verkehrssituationen vorhanden. Mit dem Hafenhotel und der geplanten Tiefgarage an der Hafenpromenade, soll künftig Platz für mehr Qualität am Seeufer freigespielt werden.
Ab 2026 sollte von Seiten der SBB auch mehr Klarheit über die weitere Entwicklung des Areals Hafen Süd (Zwischen SBS Hafen und Bahnhof) vorhanden sein, so dass die Entwicklung des Areals, welches über ein enormes, qualitativ hochstehendes Entwicklungspotenzial verfügt, weiter vorangehen kann.

Abhängig von der bevorstehenden Abstimmung über das Wassersportzentrum im heutigen Seebad, müssen allenfalls verschiedene Investitionen an der Seebadinfrastruktur vorgenommen werden. Einerseits haben die Schwimmbeckenfolien ihre Lebensdauer erreicht und anderseits muss der Kinderspielplatz erneuert werden. Auch soll das Kioskgebäude sanft saniert werden.
Ein weiteres wichtiges Projekt, dass 2026 an die Urne kommt ist die Seewasserthermie. Aus dem Bodensee sollen Teile der Hafenstadt künftig mit Wärme und allenfalls auch Kälte versorgt werden können. Die Stadt wird dieses Vorhaben aber nicht selbst realisieren, sondern sich in Form einer Beteiligung einbringen.
Für die Gemeindeversammlung im Mai 2026 ist die Abstimmung des Parkierungsreglements sowie die neue Gemeindeordnung geplant. Bei ersterem soll die Parkierung neu, entsprechend der veränderten Gegebenheiten, geregelt werden. Die neue Gemeindeordnung soll ebenfalls an die aktuelle Situation angepasst werden. Voraussichtlich wird damit auch eine Reduktion von neun auf sieben Gemeinderatssitze beinhalten. Sie soll auf die nächste Legislatur im Juni 2027 in Kraft treten.

Im vergangen Jahr haben die drei Städte Romanshorn, Amriswil und Arbon sich entschieden, vermehrt in verschiedenen Bereichen zusammenzuarbeiten. Unter dem Begriff der «Tripolaren Stadt» sollen Synergien oder gemeinsame Projekte evaluiert und realisiert werden.

Wirtschaft
Koordiniert soll der Oberthurgau mit seinen drei Arbeitgeber- und seinen Gewerbevereinen verschiedene Entwicklungen durchlaufen. Bevölkerungs- und Wirtschaftsprognosen gehen davon aus, dass erstere bis 2050 um 30 % wachsen wird, während die Anzahl an Arbeitsplätzen nur um einen tiefen einstelligen Prozentsatz wachsen wird. Um dieses Ungleichgewicht zu vermeiden, sind verschiedene Aktivitäten und Massnahmen geplant.
Die Stadt wird auch weiter regelmässig an den Treffen der Fachgeschäfte Romanshorn (FARO) teilnehmen. Die Vereinigung der Detaillisten und die damit entstandene Dynamik möchte die Stadt mitunterstützen. Es soll helfen, dass ein vielfältiges Angebot im Bereich Gastronomie und Einzelhandel bestehen und erweitert werden kann.

Kultur und Tourismus
Auch wenn Romanshorn touristisch zunehmend interessanter wird, so bleibt die Situation in der Hotellerie noch unbefriedigend. Nach dem Verkauf des Hotel Inseli ist die Stadt über die geplante Entwicklung nicht informiert und der Bau des Hotels am Hafen der SBS aufgrund von Einsprachen gegen den Rahmennutzungsplan noch ungewiss. Das führt dazu, dass sich der Fokus noch immer auf den Tagestourismus beschränkt. Sollte das angedachte Wassersportzentrum entstehen, dürfte sich der Druck auf die Beherbergung weiter intensivieren.

Die bestehenden Kulturgefässe mit dem Kulturpool Oberthurgau und den jährlichen Kulturtagen ermöglichen es den Kunstschaffenden, weiter kleine aber feine Anlässe der heimischen Bevölkerung anzubieten.

Allgemeine Verwaltung
In der Verwaltung sieht sich der Stadtrat mit stetig steigenden Informatikkosten konfrontiert. Die vor Jahren prognostizierten Rationalisierungsmöglichkeiten der Digitalisierung haben weiter noch keine Auswirkungen auf die Personalkosten. Hier müssten nun wirklich erste Effekte greifen. Auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz steckt noch in den Kinderschuhen. Bisher konnte die Technologie noch kein adäquates Einsparpotenzial erkennen lassen. Die rasante Entwicklung dürfte aber bald auch vor der Verwaltung nicht haltmachen.
Im Rahmen eines Sparprojektes sollen in den kommenden Jahren Prozesse, Dienstleistungen aber auch die Infrastruktur und Kosten hinterfragt werden, um Einsparpotenzial für die Zukunft freizulegen.

Insgesamt herrscht in der Verwaltung ein gutes Miteinander. Motivierte Mitarbeitende sind bestrebt, den Einwohnenden möglichst bürgernahe Dienstleistungen anzubieten. Allen Mitarbeitenden der Stadtverwaltung und des Werkhofes gebührt mein Dank für ihren täglichen Einsatz sowie das kollegiale Miteinander.

Ortsplanung und Baurecht

Philipp Gemperle, FDP
Vize-Stadtpräsident
seit 1. Juni 2019 im Amt

Viele Unwägbarkeiten führen zum aktuellen Investitionsplan
Der Investitionsplan der Stadt enthält in den nächsten Jahren grosse Beträge. Kritische Stimmen beurteilen diese finanziell wie auch personell als nicht tragbar. Die Antwort darauf ist: Jein! Der Stadtrat ist überzeugt, dass diese Investitionen für die Stadt Romanshorn notwendig und auch tragbar sind. Sollten alle Projekte gemäss Zeitplan umgesetzt werden, käme die Stadt aber wohl tatsächlich an die Grenzen. Warum macht der Stadtrat denn einen solchen Investitionsplan? Weil die Verfahren komplex und dadurch die Unwägbarkeiten hoch sind.

Im Investitionsplan ist unter anderem die Hafenpromenade mit Umgebung, Dienstleistungsgebäude und Tiefgarage enthalten. Wir haben hier – wie auch bei anderen Projekten – sich überlagernde Rechtsverfahren. Oftmals braucht es Geduld, bis die umfangreichen Planungen und der Instanzenweg vollendet sind. Manchmal geht aber auch etwas ganz schlank durch oder irgendwo öffnet sich eine Türe. Und wenn dann das Geld nicht bereitsteht für die Umsetzung, dann gibt es Verzögerungen, was wir nicht wollen. Der Investitionsplan ist deshalb ein sportlich-realistisches Szenario. Und er zeigt, bei welchen Projekten wir bis zu welchem Zeitpunkt einen Schritt weiter sein könnten.

Planungen als notwendige Grundlage
Ebenfalls grosse Projekte, welche unter anderem durch das Ressort Ortsplanung und Baurecht mitbegleitet werden, sind der Hafen Nord mit Pier 8590, der Hafen Süd beim Fähranleger mit immensem Potential oder ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt beim Hubkreisel.

Auch bei der Mehrzweckhalle zeigt sich: Der Betrag muss im Investitionsplan bereitstehen, dass wir so schnell wie möglich den dringend benötigten Turnraum für unsere Kinder und unsere Vereine schaffen können. Wie lange das Rechtsverfahren dauert, liegt nicht in unseren Händen. Zu beachten ist ebenfalls, dass im Budget jeweils Planungskosten für all diese Projekte eingeplant sind. Auch hier gilt: Planungen sind nötig und vorgeschrieben. Wir treiben diese voran, um bereit zu sein, wenn es grünes Licht gibt.

Grundordnung grösstenteils in Kraft
Der Rahmennutzungsplan kommt langsam zum Abschluss. Wir haben nun noch letzte offene Punkte, welche vom Bundesgericht geklärt werden. Mit der letzten Instanz sollten dann alle Anpassungen in Kraft gesetzt werden können. Zudem sind wir mit der zweiten Nachführung und der Anpassung der Kleinsiedlungen an der Umsetzung von mittlerweile neu geschaffenen gesetzlichen Aufträgen.

Laufende Kosten konstant
Die Komplexität von Bauvorhaben und die dafür notwendigen Berichte nehmen stetig zu. Das ist eine Herausforderung für Bauherren und Bauverwaltung. Die üblichen laufenden Kosten wie die Anzahl Stellen oder weitere Beiträge können wir gemäss Budget aber im gleichen Rahmen halten. Verantwortlich dafür ist das effiziente Team auf der Bauverwaltung, dem dafür Dank gebührt.

Hochbau und Anlagen

Christian Zanetti, parteilos
seit 1. Juni 2019 im Amt

Liegenschaften
Der Werkhof verfolgt weiter konsequent die Strategie zur Dekarbonisierung der Fahrzeugflotte. Der stete Ausbau an Elektrofahrzeugen bedarf entsprechender Ladeinfrastrukturen inklusive Handling des Lastenmanagements und der Sicherstellung der Stromversorgung.

Für die Sanierung des Mehrzweckgebäudes (Jugendherberge) an der Gottfried-Keller-Strasse 6 läuft ein Planerwahlverfahren. Das auserwählte Architekturbüro wird ein Vorprojekt erarbeiten, welche 2006 zur Abstimmung gelangt.

Seebad
Sollte der Entscheid für ein Baurecht zum Wassersportzentrum nicht zustande kommen, müssen im Seebad in mutmasslich zwei Etappen die Folien der Becken ersetzt werden. Für 2026 steht die Sanierung des 25m-Beckens mit dem Erlebnisbecken an. Es ist davon auszugehen, dass einhergehende Betonsanierungsarbeiten der Becken notwendig sind. Das Ausmass ist schwer einschätzbar. Ebenfalls vom Entscheid des Wassersportzentrums abhängig gemacht wird der Ersatz des Spielplatzes. Bei den Gerätschaften muss der Behindertenlift ersetzt werden.

Bootshafen
Die Werkstatt der Hafenmeisterei sollte gedämmt und flächenmässig angepasst werden, um die provisorisch eingerichtete Garage beim Kran abzulösen. Die provisorisch errichtete Entsorgungsstelle soll in eine finale Lösung am Rande des Gebäudes überführt werden. Ebenfalls bedürfen die sanitären Anlagen, das Flachdach sowie das Provisorium der Entsorgung einer zeitgemässen Erneuerung.
Da die Platzverhältnisse zum Betrieb des Clublokals aber auch für den Juniorenbetrieb zunehmend knapp und die gastronomischen Vorgaben nur noch ansatzweise erfüllt werden, wird eine Erweiterung des Hafendienstgebäudes zunehmend zum Thema. In einer Projektstudie wurden verschiedene Varianten geprüft. Obige Bedürfnisse führen zur Erkenntnis, dass das bestehende Hafendienstgebäude ergänzt oder erweitert werden soll.

Sportanlagen und Beiträge
Aus den Untersuchungen der Sportplätze 1 und 4 geht hervor, dass der Zustand der Rasentragschicht nur noch einen Neubau rechtfertigt. Hierfür soll 2026 ein Vorprojekt als Basis für eine Volksabstimmung erarbeitet werden. Der Fussballverein verzeichnet in den letzten Jahren einen beachtlichen Mitgliederzuwachs, so dass die Kapazität und Nutzbarkeit der Plätze zunehmend eine Herausforderung darstellen. Ein Neubau bietet die Möglichkeit, diesen Bedürfnissen mit angepasstem Angebot besser gerecht zu werden. Bei den Spielplätzen ist eine Aufnahme sämtlicher Gerätschaften vorgesehen.

Parkanlagen, Stadtgärtnerei
2026 steht die Erneuerung des Pestalozzipärklis an. Bezüglich Gerätschaften sind der Ersatz eines thermischen Unkrautvernichters sowie eines Sichelmähers budgetiert.

Eissportzentrum Oberthurgau
Erste Sofortmassnahmen im Bereich der feuerpolizeilichen Massnahmen sind im Jahr 2025 umgesetzt worden. Die nächsten Etappen sowie die einhergehende gebäudetechnische Sanierung sind einerseits mit den Trägergemeinden abzustimmen und andererseits mittels eines Planerwahlverfahrens und Vorprojektes zu konkretisieren. Sollten die Trägergemeinden nicht für ein entsprechendes Projekt motiviert werden können, muss die Bevölkerung der Stadt sich entscheiden, ob sie diese Schritte in eigener Regie vollziehen will.

Energie und Umwelt

Ursula Bernhardt, parteilos
seit 1. Juni 2019 im Amt

Massnahmen im Rahmen des Energiestadt-Labels
Im Jahr 2026 setzt die Stadt Romanshorn im Rahmen des Energiestadt-Labels bedeutende Projekte um, die eine nachhaltige Energie- und Umweltpolitik fördern. Dazu zählen unter anderem die Erarbeitung einer umfassenden Klimastrategie, die künftig als langfristige Grundlage für die kommunale Klimapolitik dienen soll.

Zudem wird eine Kartierung der Lebensräume vorgenommen, um gezielte Massnahmen zur ökologischen Aufwertung und zur Förderung der Biodiversität umzusetzen. Der bestehende Baumkataster wird fortgeführt, um den städtischen Baumbestand nachhaltig zu pflegen, zu erhalten und langfristig zu sichern.

Diese Vorhaben leisten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität in Romanshorn und zur aktiven Mitgestaltung einer umweltbewussten Zukunft.

Klimaanpassung im Siedlungsraum
Um die Sicherheit, Lebensqualität und Biodiversität im Stadtgebiet auch unter den Bedingungen zunehmender Hitzeperioden, Trockenphasen, Starkniederschläge und Hochwasserereignisse zu erhalten, wird das klimaangepasste Wassermanagement in Romanshorn gezielt weiterentwickelt.

Grundlage bildet das Schwammstadt-Prinzip, das ökologisch wirksames und flächensparendes Bauen ermöglicht. Geplant sind unter anderem Entsiegelungen, Begrünungen, Verschattungskonzepte und der Erhalt kühlender Frischluftkorridore – wo möglich in Koordination mit Verkehrs- und Infrastrukturprojekten.

Abwasserinfrastruktur und Gewässerschutz
Die laufende Instandhaltung der Abwasserinfrastruktur ist zentral für den zuverlässigen Betrieb der städtischen Anlagen. Die Kläranlage arbeitet aktuell mit rund 85 % Auslastung und nähert sich damit ihrer Kapazitätsgrenze, bleibt jedoch innerhalb der gesetzlichen Vorgaben. Ein Ausbau ist vorgesehen, sobald neue rechtliche Anforderungen zur Stickstoffreduktion vorliegen.

2026 startet das Vorprojekt zur Sanierung der biologischen Reinigungsstufe sowie zur Erweiterung der Anlage. Zudem beginnt die Sanierung der besonders instandsetzungsbedürftigen Verbandskanäle im Abschnitt Romanshorn.

Ziel ist es, die Reinigungsleistung langfristig zu sichern, die Energieeffizienz zu steigern und den Fremdwasseranteil zu senken. Parallel dazu werden Gewässer und Ufer ökologisch aufgewertet, wobei die ökologische Durchgängigkeit im Fokus steht.

Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit
Informationsangebote und Aktionen zu Energie, Umwelt, Wasser und Abfall stärken das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Wo sinnvoll, werden auch Schulen einbezogen, um Umwelt- und Energiethemen früh zu verankern.

Ausblick
Die Stadt Romanshorn verfolgt ihren Kurs in Richtung Klimaschutz, Ressourcenschonung und ökologischer Aufwertung auch in Zukunft konsequent weiter. Durch vorausschauende Planung, gezielte Investitionen sowie eine enge Zusammenarbeit mit dem Kanton, fachlichen Stellen und der Bevölkerung wird die Entwicklung als Energiestadt gezielt vorangetrieben – mit dem Ziel, eine lebenswerte, widerstandsfähige und umweltverträgliche Stadt für heutige und zukünftige Generationen zu sichern.

Tiefbau und Verkehr

Melanie Zellweger, SVP
seit 1. Oktober 2014 im Amt

Gesamtverkehrskonzept – Bearbeitung Teilkonzepte
Zur nachhaltigen Verbesserung der Verkehrs- und Siedlungsinfrastruktur in Romanshorn werden die Folgeplanungen des Gesamtverkehrskonzepts weiter vorangetrieben und zur Umsetzung gebracht. Im Zentrum steht die Realisierung des Erschliessungskonzepts Innenstadt, mit dem Ziel, Verkehrsflüsse zu ordnen, die Aufenthaltsqualität zu steigern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Ein wichtiger Bestandteil ist die Ausdehnung und Erweiterung der Tempo-30-Zonen sowohl im Stadtzentrum als auch in den Quartieren. Gleichzeitig werden die im Fuss- und Veloverkehrskonzept festgestellten Schwachstellen im Netz gezielt behoben. Sämtliche Massnahmen werden in enger Abstimmung mit anstehenden Sanierungen an Strassen und Wegen sowie unter Berücksichtigung der Anliegen der Bevölkerung umgesetzt.

Agglomerationsprogramm St. Gallen – Bodensee
Im Rahmen des Agglomerationsprogramms werden wichtige Verkehrsprojekte mit Bundesmitteln aus dem Agglomerationsfonds mitfinanziert. Für 2026 steht insbesondere die Umsetzung der derzeit noch durch Einsprachen blockierten Projekte Untere Bahnhofstrasse und Bahnhofplatz im Vordergrund. Zudem werden die Planungen für die Obere Bahnhofstrasse vorangetrieben. Ebenfalls geplant und umgesetzt werden die Umgestaltung der Neuhofstrasse sowie verschiedene Umgestaltungsarbeiten an Kantonsstrassen in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton. Ein weiteres zentrales Vorhaben ist die mit gemeinsam mit dem Kanton vorgesehene behindertengerechte Sanierung der Bushaltekante Hueb (Richtung Bahnhof), um den öffentlichen Verkehr für alle Nutzerinnen und Nutzer barrierefrei zu gestalten. Darüber hinaus laufen die Planungen für eine neue Buslinie mit der Route Bahnhof Romanshorn – Hueb – Hof – Salmsach – Bahnhof Romanshorn. Diese neue Linie soll die Quartiere besser miteinander verbinden und attraktive Alternativen zum motorisierten Individualverkehr schaffen.

Tiefbau
Die werterhaltenden Sanierungen verschiedener Strassen erfolgen weiterhin in enger Koordination mit den externen Werken und dem Kanton. Neben der Umsetzung der baulichen Sanierung der Friedhofallee – nach Abschluss des Einspracheverfahrens und pünktlich zum 150-Jahr-Jubiläum – sind diverse Strassen- und Knotensanierungen vorgesehen. Dazu zählen insbesondere Arbeiten an neuralgischen Verkehrspunkten in Zusammenarbeit mit dem Kanton.

Ausblick
Romanshorn investiert auch 2026 gezielt in die Zukunft seiner Verkehrswege. Mit den geplanten Projekten verbessern wir nicht nur die Sicherheit und Erreichbarkeit, sondern steigern auch die Lebensqualität in unserer Stadt. Gemeinsam mit Kanton, Bund und Bevölkerung setzen wir auf eine moderne, umweltfreundliche und zukunftsfähige Mobilität – Schritt für Schritt, Projekt für Projekt.

Soziales

Peter Eberle, parteilos
seit 1. Juni 1991 im Amt

Gesetzliche wirtschaftliche Hilfe: Kosten pendeln sich aktuell im Bereich von ca. 1.8 Mio. Fr. ein.
Der prognostizierte Aufwand für 2025 liegt aktuell unter dem Budget. Für das Jahr 2026 erwarten wir keine wesentliche Änderung und budgetieren Kosten von rund 1.7 Mio. Fr. (vgl. Grafik «Gesetzliche wirtschaftliche Hilfe»). Aktuell ist zwar davon auszugehen, dass die US-Zölle die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz etwas bremsen werden, aber es wird noch von keiner Rezession ausgegangen. Daher kann davon ausgegangen werden, dass dieser Einfluss zumindest im Jahr 2026 noch durch primäre Sozialversicherungssysteme (Arbeitslosenversicherung, Kurzarbeitsentschädigung) aufgefangen wird.

Prämienverbilligung: Kosten werden weiterhin hoch bleiben.
Für das Budget 2026 gehen wir bei der individuellen Prämienverbilligung (IPV) von einem budgetierten Aufwand von 2 Mio. Fr. aus (Budget 2025: 1.8 Mio. Fr., Rechnung 2024: 2.2 Mio. Fr., vgl. Grafik «Krankenkassen Prämienverbilligung»). Der Wegfall des befristeten kantonalen Lastenausgleichs IPV ab 2024 führt zu einer dauerhaften Erhöhung der Belastung für die Stadt von rund 0.3 Mio. Fr. Im Budget 2026 gehen wir davon aus, dass durch intensivere Bewirtschaftung im Case Management höhere Rückerstattungen erzielt werden können. Da die Krankenkassenprämien pro Jahr mit gegen 5 % deutlich stärker ansteigen wie die Löhne mit ca. 1–2 %, ist mit einer tendenziell ansteigenden Anzahl von Personen zu rechnen, die IPV beanspruchen werden. Dies führt wiederum tendenziell zu einer immer höheren Belastung für die Stadt. In der Vergangenheit wurden daher die Bezugsberechtigungen durch den Kanton verschärft, was sich in der Grafik im temporären Rückgang ab Jahr 2020 zeigt.

Berufsbeistandschaft: Mandatszahl wird hoch bleiben
Die Anzahl der Mandate (und damit die Anzahl der betreuten Personen) ist seit Jahren ansteigend. Es werden aktuell rund 350 Mandate geführt. Dies führt auch zu ansteigenden Kosten in diesem Bereich: Budget 2026 1 Mio. Fr. (Budget 2025: 1 Mio. Fr., Rechnung 2024: 0.9 Mio. Fr., vgl. Grafik «Berufsbeistandschaft»). Auch zukünftig ist aufgrund der Demographie (Alterung der Gesellschaft) und gesellschaftlichen Entwicklung (Zerfall der Familienstrukturen) mit tendenziell ansteigenden Fallzahlen zu rechnen.

Gesundheit

Aron Signer, FDP
seit 22. September 2024 im Amt

Gesundheit
Das Bevölkerungswachstum, die alternde Gesellschaft sowie die steigende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen gelten als Treiber der Gesundheitskosten. Diese Entwicklungen stellen die Institutionen und Organisationen immer wieder vor Herausforderungen. Insbesondere die festgelegten Ausbildungsverpflichtungen geben weiterhin Anlass zu Diskussionen und beschäftigen nach wie vor intensiv. Dies weil nicht klar ist, ob die festgelegten Soll-Ausbildungsleistungen so eintreffen und wie die jährlichen Neueintritte rekrutiert werden können.

Im April 2025 gab das Amt für Gesundheit des Kanton Thurgau die Strategie «Gesundheitsförderung und Prävention 2026-2029» bekannt. Die Strategie zielt darauf ab, gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die allen Menschen eine selbstbestimmte Gesundheitsgestaltung ermöglicht. Im Zentrum steht die Eigenverantwortung, die auf dem notwendigen Wissen basiert, das durch Familie, Bildungseinrichtungen und Präventionsarbeit vermittelt wird.

Im Juni 2025 fand der jährliche Austausch (Forum medicum) mit Hausärztinnen und Hausärzten aus Romanshorn und Umgebung statt. Dabei wurden Themen wie Patientenversorgung oder Arztzeugnisse miteinander diskutiert. Letzteres wird in einem Folgetreffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft vertieft behandelt.

Forum medicum

Regionales Pflegeheim

Raumgestaltung
In einem Workshop entwickelte eine Arbeitsgruppe aus strategischen und operativen Vertretungen sowie einer Bewohnervertretung eine Vision für die Umgestaltung der Räumlichkeiten. Ziel ist ein bewohnerorientiertes, wohnliches Umfeld mit flexiblen Arbeitsplätzen, mobilen Trennwänden und effizienter Raumstruktur. Die Ideen wurden direkt in die Baupläne integriert und bilden die Grundlage für die nächste Planungsphase. Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen und die Lebensqualität sowie die Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessern.

Marketing
Die Informationsbroschüren erhalten ein modernes, ansprechendes Design. Das Administrationsteam überarbeitet die Inhalte und ergänzt sie mit aktuellem Bildmaterial. Parallel dazu werden digitale Kommunikationskanäle geprüft und sukzessive eingeführt, um die Sichtbarkeit und Reichweite des Pflegeheims zu erhöhen.

Aufsichtsbesuch
Der reguläre Aufsichtsbesuch durch das Amt für Gesundheit und Soziales verlief konstruktiv. Der Bericht enthält Empfehlungen und Aufträge, deren Umsetzung bis Oktober 2026 abgeschlossen sind. Diese dienen als Antrieb für kontinuierliche Qualitätsentwicklung und Organisationssicherheit.

Leitungswechsel
Die Stelle der Leitung Pflege und Betreuung wurde durch den Wiedereintritt von Mark Miraflor neu besetzt, der die Funktion erneut übernahm. Diese Rückkehr bringt wertvolle Kontinuität und wird als Glücksfall für das Team und die Organisation gewertet. Die Leitung ist nun stabil und zukunftsorientiert aufgestellt und kann somit die Pflege und Betreuung weiterentwickeln.

Ausbildungserfolge
Auch dieses Jahr konnten zahlreiche Lernende ihre Ausbildung erfolgreich abschliessen. Absolventinnen der Höheren Fachschule Pflege und der HF Aktivierungsfachfrau feierten ebenfalls ihren Abschluss. Viele von ihnen haben direkt eine Anschlusslösung im Pflegeheim gefunden – ein bedeutender Beitrag zur langfristigen Fachkräftesicherung und zur Förderung regionaler Ausbildungsstrukturen.

Strategische Ausrichtung
Der Stadtrat bekräftigte seine Absicht, das Regionale Pflegeheim weiterhin zu betreiben. Gleichzeitig wurde der Auftrag zur Entwicklung einer nachhaltigen Strategie erteilt. Ziel ist es, das Pflegeheim als zeitgemässe, möglichst autonome und langfristig selbsttragende Institution weiterzuentwickeln. Die strategische Planung orientiert sich an den zukünftigen Herausforderungen der Langzeitbranche und setzt auf Innovation, Effizienz und Menschlichkeit.

1. August-Feier

Gesellschaft

Celina Hug, glp
seit 25. September 2022 im Amt

Gesellschaftliche Entwicklung: Konzeptarbeit ab 2026
Im Jahr 2026 wird das Ressort Gesellschaft gestützt auf den im Vorjahr erarbeiteten Grundlagenbericht ein umfassendes Gesellschafts- und Generationenkonzept erarbeiten. Damit reagiert die Stadt Romanshorn auf die zunehmende Komplexität gesellschaftlicher Herausforderungen und den Wunsch nach einer kohärenten, längerfristigen Ausrichtung. Das Konzept soll verbindliche Stossrichtungen und konkrete Massnahmen für zentrale Themen wie Jugend, Familie, Alter, Integration, Freiwilligenarbeit sowie das soziale Miteinander definieren.
Ziel ist es, eine gemeinsame Basis zu schaffen, die Klarheit über Rollen, Zuständigkeiten und Zusammenarbeit gibt. Die Konzeptarbeit erfolgt in enger Zusammenarbeit mit weiteren Ressorts, lokalen Organisationen, Vereinen und der Bevölkerung. Partizipative Ansätze sowie bestehende Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Grundlagenbericht fliessen in diesen Prozess ein. Elemente der Gemeinwesenarbeit wie Selbstorganisation, sozialräumliche Orientierung und Kooperation sollen dabei gezielt gestärkt werden. Damit wird ein strategischer Rahmen geschaffen, der eine nachhaltige Gesellschaftspolitik ermöglicht und die Anliegen aller Generationen berücksichtigt.

Begleitung und Beteiligung von Jugendlichen
Die Begleitung der Jugendlichen in ihren alltäglichen Themen ist eine fortwährende Herausforderung. Sie stehen an der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenenleben. In dieser Phase ergeben sich viele Fragen und Unsicherheiten; sie ist aber auch von Träumen und Idealen geprägt. Die Kontaktzeiten im Jugendraum und Gespräche während der mobilen Jugendarbeit können entlastend wirken. Die Freizeitgestaltung hat einen hohen Stellenwert. Das Herstellen einer Verbindlichkeit für die Planung von Aktivitäten und Projekten ist eine Hürde, die eine stete Bearbeitung durch das Jugendarbeit-Team verlangt.

Integration und kulturelles Zusammenleben
Es werden verschiedenste Bemühungen unternommen, um das Zusammenleben aller Kulturen in Romanshorn zu fördern. Während des Jahres werden verschiedene Aktivitäten für Familien mit Kindern und für Jugendliche angeboten, bei denen ein Kennenlernen und eine Vernetzung stattfinden kann. So kann ein Austoben in einer Turnhalle oder ein sportlicher Fussballnachmittag an verschiedenen Sonntagnachmittagen diesen Austausch fördern. Das bewährte Nationenfest ist ein Spiegel der vielen Kulturen, die in Romanshorn friedlich miteinander zusammenleben. Die finanzielle Unterstützung von Sprachkursen für Menschen mit Sprachförderbedarf bietet die Grundlage für eine gute Integration.

Ordnung und Sicherheit

Roman Imhof, Die Mitte
seit 1. Juni 2019 im Amt

Die im 2025 eingesetzte Sicherheitskommission hat ihre Arbeit aufgenommen und das bestehende Sicherheitskonzept um ein vom Stadtrat genehmigtes Sicherheitsleitbild ergänzt:

«Die Sicherheit unserer Bevölkerung hat zentrale Priorität. Wir arbeiten stadtintern eng zusammen, um ein sicheres Umfeld zu gewährleisten und passen unsere Massnahmen strategiekonform kontinuierlich an aktuelle und künftige Entwicklungen an. Prävention und Risikoanalyse stehen im Mittelpunkt unserer Massnahmen, die stets verhältnismässig und gerechtfertigt sind. Die Bevölkerung schätzt die Sicherheit in Romanshorn, und wir setzen uns dafür ein, dieses Vertrauen zu stärken und zu erhalten.»

Sicherheit wird individuell wahrgenommen – von bellenden Hunden über Velos und eScooter auf dem Trottoir, lärmende Fahrzeuge, Littering, Pöbeleien bis hin zu Tätlichkeiten. Die Stadt Romanshorn verfügt über eingeschränkte Rechte und Pflichten, weshalb auch im 2026 die enge Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei essenziell ist. Ein grosses Lob gilt den Mitarbeitenden des Polizeipostens Romanshorn sowie den Kantonspolizistinnen und -polizisten der Schwerpunktpatrouillen – ihre Arbeit und die Zusammenarbeit sind hervorragend.
Dank des guten Austauschs kann die Stadt schnell reagieren, den Sicherheitsdienst gezielt einsetzen und das Sicherheitsgefühl stärken. Ebenso wichtig sind Rückmeldungen aus der Bevölkerung.
Die Arbeitssicherheit ist in Zusammenarbeit mit dem Personaldienst ein zentraler Bestandteil des Amtes für Sicherheit. Themen wie Erste Hilfe, der Einsatz von Defibrillatoren, die Handhabung von Feuerlöschmitteln sowie Gewaltschutz und Bedrohungsmanagement werden aktiv ausgebildet und bearbeitet.

Feuerwehr Romanshorn
Im Jahr 2026 sind bei der Feuerwehr Romanshorn keine ausserordentlichen Investitionen in Fahrzeuge, Gebäude oder technische Anlagen vorgesehen. Das Projekt zur Optimierung des Feuerwehrdepots, das im Laufe des Jahres 2025 erfolgreich abgeschlossen wurde, stellt einen wichtigen Meilenstein dar und schafft eine solide Grundlage für die kommenden Jahre.
Die bestehende Organisation hat sich bewährt und wird weiter gefestigt. Der Fokus liegt auf der kontinuierlichen Weiterentwicklung innerhalb der bestehenden Strukturen und der Stärkung der Einsatzbereitschaft.
Im Bereich Ausbildung ist ein spezieller Ausbildungstag für den Atemschutz vorgesehen, um die Einsatzfähigkeit und Sicherheit der Mannschaft weiter zu erhöhen. Die regulären Kurse werden im gewohnten Umfang durchgeführt, um die fachliche Kompetenz auf hohem Niveau zu halten.
Die Feuerwehr Romanshorn blickt mit Zuversicht auf das Jahr 2026 – mit einer stabilen Organisation, gut ausgebildeten Einsatzkräften und einer Infrastruktur, die den Anforderungen gerecht wird.

Zivilschutz (ZSRO) & Regionaler Führungsstab (RFS) Region Oberthurgau
Aufgrund steigender Kosten für Polycom-Geräte, erhöhter Diensttage der Zivilschutzangehörigen und der Anschaffung eines Fahrzeugs gemäss kantonaler Vorgabe wird der Pro-Kopf-Beitrag für den Zivilschutz im Budget 2026 um 0.50 Franken auf 9.00 Franken erhöht.
Im Bereich des Regionalen Führungsstabs konnten diverse Schritte zur Umsetzung des Regierungsratsbeschlusses betreffend Risikoanalyse kommunaler und kritischer Infrastrukturen abgeschlossen werden. Dadurch konnte in diesem Bereich der Pro-Kopf-Beitrag um 0.50 Franken auf 1.50 Franken gesenkt werden.

Militärische Verteidigung
In der regionalen Schiessanlage Almensberg stehen in den kommenden Jahren diverse Arbeiten an. Die Beiträge der partizipierenden Gemeinden wurden leicht erhöht, um die Finanzierung geglättet anzugehen. Nach der faktischen Fertigstellung der Sanierung der Schiessanlage Monrüti wird im Jahr 2026 die Sanierung der Schiessstände Eichhof und Hatswil weiterverfolgt.